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    MA (c) Gebärdensprachgemeinschaften / Seminar Ib
    Dipl. (e) Geschichte, Kultur, Soziologie... / Seminar Ib

    Simon Kollien, Tomas Volhaber

    Gebärdensprach-Poesie

    Rothenbaumchaussee 45, Weißer Saal
    4std., Di 9-12 + 1 Std. AG

    Zum Seminarthema:
    Mit dem wachsenden Wissen über Gebärdensprache und dem Bewußtsein der Menschen, die diese Sprache benutzen, sind auch die Möglichkeiten gewachsen, mit dieser Sprache in poetischer Form zu 'spielen'. Dies geschieht in sehr unterschiedlichen Formen, zu unterschiedlichen Anlässen, in unterschiedlichen Zusammenhängen.
    In diesem Seminar wollen wir uns mit verschiedenen Formen von Gebärdensprach-Poseie, ihren sprachlichen Strukturmerkmalen und ihrer Präsentation beschäftigen. Darüber hinaus werden wir einer literarischen Entwicklung des 20. Jh. nachgehen, die zahlreiche Bezüge der Literatur zum Visuellen aufweist. Dies sind keineswegs nur kuriose Einzelerscheinungen, sondern gewichtige Bestandteile der Literatur der Moderne. Sie manifestieren sich insbesondere in der visuellen und konkreten Poesie, sind aber auch in anderen Formen ­p; Fotobuch, Plakatgedicht, Ausstellung ­p; zu erkennen.

    Ablauf:
    I
    Einführende Texte zum Thema Gebärdensprach-Poesie
    ­p; Edward Klima & Ursula Bellugi (1979): Poetry and song in a language without sound.
    ­p; Jim Cohn (1986): The new deaf poetics: visible poetry.
    ­p; Nancy Frishberg (1988): Signer of tales: The case of literary status of an unwritten language.
    ­p; Clayton Valli (1990): The nature of the line in ASL poetry.
    ­p; Alec Ormsby (1995): Poetic cohesion in American Sign Language.
    ­p; Robert F. Panara (1995): Poetry and deaf culture.
    Einführender Text zum Thema 'visuelle Poesie'
    ­p; Helmut Heißenbüttel (1970): Zur Geschichte des visuellen Gedichts im 20. Jahrhundert.
    II
    Betrachtung verschiedener Formen von Gebärdensprachpoesie
    ­p; bei Gebärdensprachfestivals;
    ­p; in amerikanischer Gebärdensprache (ASL);
    ­p; in Theater- und Opernproduktionen.
    III
    Analyse und Erörterung der gezeigten Beispiele
    ­p; sprachliche Mittel für Gebärdensprachpoesie: Pantomime, NVK, DGS, Phantasiegebärden;
    ­p; Übersetzungsmöglichkeiten;
    ­p; Vorstellung bekannter Vertreter von Gebärdensprachpoesie.


    Scheinvergabe:

    ­p; regelmäßige Teilnahme;
    ­p; Übernahme eines Referats, das zu halten und in schriftlicher Form (Umfang ca. 5 Seiten) abzufassen ist.


    Evtl. Empfehlung von vorbereitender Lektüre:
    Die TeilnehmerInnen können bei den Seminarleitern ab Mitte Oktober einen Reader abholen, der alle wichtigen Texte enthält.