• 07.028
    Linguistik
    Seminar Ib
    4std.
    Reiner Konrad

    Aspekte einer empirischen Gebärdensprachlinguistik

    Zentrum für Deutsche Gebärdensprache (Binderstr. 34), Bi 204
    Mi 9-13


    Aussagen über die Struktur einer Sprache sind Aussagen über die sprachlichen Formen und deren systematischen Beziehungen untereinander. Zur Bestimmung dieser sprachlichen Formen ist ein ausreichendes Datenkorpus notwendig. Die Transkription sprachlicher Daten beinhaltet nicht nur die Bestimmung der phonetischen/phonologischen Form einzelner Vorkommnisse (Token), sondern die Zuordnung dieser Vorkommnisse zu abstrakten Klassen (Type), die hinsichtlich Form und Bedeutung näher bestimmt werden müssen. Für die Analyse von Gebärdensprachen bietet sich die Glossentranskription an, die neben dem Transkript mit einem Verzeichnis der zu bestimmenden sprachlichen Formen (Glossen) arbeitet.
    Ausgehend von dem Spektrum und der Methodenvielfalt in der empirischen Linguistik sollen verschiedene empirische Arbeiten in der Gebärdensprachforschung vorgestellt werden. Im Mittelpunkt des Seminars steht das zur Zeit laufende Projekt zur Erstellung eines Fachgebärdenlexikons für den Beruf Tischler/Schreiner. Anhand ausgewählter Beispiele sollen Fragen der Erhebung, der Auswahl geeigneter Daten und deren Auswertung diskutiert werden. Die im Rahmen dieses Projekts durchgeführte Erhebung bildet die Grundlage für praktische Übungen zur Transkription. Darin sollen insbesondere Probleme bei der Zuordnung einzelner Vorkommnisse zu sprachlichen Formen deutlich werden.

    Kenntnisse in Textverarbeitung und Transkription, insbesondere mit dem Programm syncWRITER, sind wünschenswert, jedoch nicht Voraussetzung.

    Zur Vorbereitung sollen folgende Texte gelesen werden (Seminarordner in der Bibliothek):