07.081

MA (a) Gebärdensprachlinguistik/ Ergänzungsseminar
Dipl.(f) Gebärdensprachlinguistik / Ergänzungsseminar

Karin Wempe
 

Einführung in das wissenschaftliche Arbeiten (Teil I)

Institut für Deutsche Gebärdensprache  (Binderstr. 34, Raum 4)
2std., Do 12-14


Den Studierenden an unseren Hochschulen fehlen nach meinen Erfahrungen klare Vorstellungen davon, was sie tun sollen, wenn sie einen wissenschaftlichen Text schreiben sollen. Sie haben weder von den Textmustern noch von den auszuführenden Arbeitsschritten ein klares Bild, geschweige denn davon, was das Attribut &Mac226;wissenschaftlich‘ ausmacht. Sie sind beim Schreiben wissenschaftlicher Arbeiten auf ihre Intuition verwiesen und auf Imitation. &Mac226;Durchbeißen‘ ist der häufigste Rat, den Studierende zu hören bekommen, wenn sie Probleme mit ihrer Haus-, Examens- oder Doktorarbeit haben. (Otto Kruse: Keine Angst vor dem weißen Blatt. Frankfurt a.M. u.a. 1999, 11)

Das im Folgenden beschriebene Seminar bietet die Möglichkeit, sich in einer Gruppe Studierender mit den Freuden und Leiden wissenschaftlichen Arbeitens auseinander zu setzen, statt allein zu Hause am Schreibtisch über weißen Blättern zu grübeln – allen Interessierten sei versprochen: Keine Frage zum &Mac226;Wissenschaftlichen Arbeiten‘ ist zu blöd, um nicht im Rahmen dieses Seminars gestellt und hoffentlich auch beantwortet zu werden. Dies setzt natürlich die Bereitschaft der Studierenden voraus, Punkte zu benennen, die für sie selbst aufgrund gemachter Erfahrungen oder weshalb auch immer von Interesse sind. Mit anderen Worten: Die Verantwortung für einen interessanten und inspirierenden Verlauf des Seminars liegt bei allen Beteiligten, nicht allein bei der Seminarleitung!

Wichtig ist mir, dass sich nicht nur Studierende im Grundstudium angesprochen fühlen, die mitunter hilflos vor der Aufgabe stehen, zum ersten Mal eine schriftliche Arbeit anfertigen zu müssen, sondern auch Studentinnen und Studenten, die bereits im Hauptstudium sind, sich aber noch nicht fit genug fühlen, ein Examenskolloquium zu besuchen.
Ebenso wichtig ist mir, vor überhöhten Erwartungen zu warnen: Dieses Seminar kann und wird den Studierenden den Hauptanteil wissenschaftlichen Arbeitens nicht abnehmen, sprich: sich im Rahmen sonstiger Seminare (während vieler mühseliger Stunden) Texte zu erlesen, diese kritisch zu reflektieren und die Ergebnisse einer solchen Auseinandersetzung zu Papier zu bringen. Mit anderen Worten: Schreiben müssen Sie Ihre Arbeiten selbst!
Stattdessen wird es im Seminar um folgende Bausteine eines jeden &Mac226;wissenschaftlichen Projekts‘ gehen:

• Themenfindung/-reflexion;
• Zeitplanung;
• Materialsuche;
• Materialauswertung;
• Materialdarstellung (vom Manuskript zum Typoskript).

Anhand dieser Bausteine soll versucht werden, dem &Mac226;Gewusst wie‘ folgender Tätigkeiten auf die Spur zu kommen:

• Literaturrecherche (anhand von Nachschlagewerken, Bibliothekskatalogen, Bibliographien usw.);
• Bibliographieren;
• Exzerpieren von Texten;
• Erstellen von Karteien;
• Erstellen einer (vorläufigen) Gliederung;
• &Mac226;wissenschaftliches Schreiben‘ (Stolpersteine und Stilfragen);
• Zitieren;
• Erstellen eines Literaturverzeichnisses;
• Erstellen eines Typoskripts.

Dies alles sind Vorschläge; bei Bedarf ist eine andere Schwerpunktsetzung möglich, über die wir uns in der ersten Sitzung verständigen sollten.
Bedingungen an eine Scheinvergabe werden aufgrund des Seminartyps nicht erstellt – eine regelmäßige Teilnahme wird nichtsdestotrotz erbeten!