Renate Fischer, Karin Wempe
Institut für Deutsche Gebärdensprache (Bi 34, Rm
222)
2std., Di 14-16 (Plenum), 16-17 (betreute AG)
Thema des Seminars ist der 2. internationale Kongress der Taubstummenlehrer beziehungsweise Kongress zur Verbesserung des Schicksals der Taubstummen in Mailand 1880 ? "der" Mailänder Kongress, von dem Brill (1984, 17) behauptet: "The resolutions passed [....] had a great impact on education of the deaf throughout the world for the next 100 years. The emotional, long-lasting controversy known as the War of Methods was a direct result of this congress, and its effects continue to be felt."
Ziel des Seminars soll es sein, anhand ausgewählter historischer und aktueller Quellen den tatsächlichen Ablauf und Inhalt des Kongresses soweit als möglich zu rekonstruieren. Dementsprechend soll das Seminar auch zu kritischer Quellenarbeit anleiten. Der letzte Seminarabschnitt wird sich der Frage widmen, inwieweit die heutige Rezeption des Mailänder Kongresses fälschlicher Weise auf das Schlagwort "Gebärdensprachverbot" verkürzt wird und in welchen argumentativen Zusammenhängen dies geschieht beziehungsweise unterbleibt.
Teilnahmevoraussetzung ist die erfolgreiche Teilnahme an einem Seminar Ia im Bereich Geschichte, Kultur und Soziologie der Gebärdensprachgemeinschaften.
Die erfolgreiche Teilnahme wird bescheinigt für folgende
Leistung: regelmäßige aktive Teilnahme einschließlich
der Vorbereitung der Quellentexte, die in den Sitzungen gemeinsam ausgewertet
werden. Die SeminarteilnehmerInnen erstellen zusammen mit der Seminarleitung
in Projektarbeit einen Beitrag für Das Zeichen.