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MA (c) Gebärdensprachgemeinschaften / Seminar II
Dipl. (e) Gebärdensprachgemeinschaften / Seminar II

Renate Fischer

Anfänge der Auseinandersetzung mit den Gebärden Gehörloser: Epée, Sicard und Bébian

Institut für Deutsche Gebärdensprache (Binderstraße 34, Raum 222)
3std., Do 14-17


Zum Seminarthema:
Epée, Sicard und Bébian, die ab Ende des 18. Jahrhunderts in Paris Gehörlose unterrichteten, waren nicht die ersten, die über die Gebärden Gehörloser nachdachten und dies auch schriftlich dokumentierten in ihren Veröffentlichungen. Sie sind jedoch alle drei, jeder auf seine Weise, sehr einflussreiche Persönlichkeiten gewesen, die die - damals neue - Beschulung Gehörloser mit theoretischen Ausführungen über Gebärden initiierten beziehungsweise weiterführten. Ihre Ausführungen standen in engem Bezug zu ihrem sonstigen Lebens-Werk sowie, in theoretischer Hinsicht, zu zeitgenössischen Strömungen der europäischen Geistesgeschichte. So spiegeln sich darin Annahmen über das Wesen "des" Menschen, über seine kognitive und sprachliche Entwicklung und natürlich über Sprache und speziell Gebärden. Gebärden, wie sie im Unterrichtszusammenhang benutzt werden sollten, sind mit teilweise sehr großer Ausführlichkeit, teilweise ausgesprochener Spärlichkeit allerdings, von den drei Aufklärern auch beschrieben worden, so dass es mit mehr oder weniger Erfolg möglich ist, sich heute eine Vorstellung von ihren damaligen Vorstellungen über Gebärden(ausführungen) zu machen.

Zum Ablauf:
Die Einarbeitungsphase beschäftigt sich zunächst, unabhängig von Epée, Sicard und Bébian, mit historischen Gebärdendarstellungen. Ziel hierbei ist es, sich an einen heute doch recht fremd anmutenden Umgang damit zu gewöhnen und Fragestellungen für die Bearbeitung der Werke (in Auszügen) der drei großen französischen Gehörlosenpädagogen zu entwickeln. Vor dem Hintergund dieser Auseinandersetzung mit alten Gebärden soll dann die Arbeit mit den theoretisch orientierten Texten von Epée, Sicard und Bébian aufgenommen werden. Es handelt sich dabei um den Versuch, sich in gebärdenbezogene Konzepte vor dem Hintergrund einer bestimmten geistesgeschichtlichen Diskussion einzuarbeiten (insbesondere: was gilt als "Gebärde"?), diese zu reflektieren als solche sowie hinsichtlich ihrer möglichen Relevanz für "uns heutzutage".

Voraussetzung für die Teilnahme ist die erfolgreiche Teilnahme an einem Seminar Ia und einem Seminar Ib im Bereich Kulturwissenschaft.

Ich bescheinige die erfolgreiche Teilnahme, wenn neben regelmäßiger aktiver Teilnahme eine schriftliche Hausarbeit zu einer Seminar-Teilthematik vorliegt, welche mindestens die Beurteilung "ausreichend"  erhält. ? Die Anforderungen an eine Seminar II-Leistung im Rahmen der B.A.-Prüfung entnehmen Sie bitte dem Informationsblatt des Fachbereichs.