07.099

MA (b) Gebärdensprachlinguistik / Ergänzungsseminar
Dipl.(f) Gebärdensprachlinguistik / Ergänzungsseminar

Karin Wempe

Einführung in das wissenschaftliche Arbeiten


Institut für Deutsche Gebärdensprache (Binderstr. 34, Rm 3)
2std. , Do 15-17



Bezüglich der Grundlagen und Techniken wissenschaftlichen Arbeitens stehen Studierenden mehrere Optionen offen:

• Augen zu und durch (frei nach dem Motto: „Der Tag der Abschlussprüfung ist fern …“ ­  dieser Weg ist garantiert mit sehr viel Frust verbunden);
• ein schlaues Buch (vielleicht sogar zwei!) in die Hand zu nehmen;
• ein Seminar wie dasjenige zu besuchen, von dem hier die Rede ist (sich gemeinsam mit einer Gruppe Gleichgesinnter ein Thema zu erarbeiten, kann mitunter mehr Spaß machen, als zu Hause isoliert am Schreibtisch zu sitzen ­ bei dieser Gelegenheit sei allen Interessierten versprochen: Keine Frage zum Thema ‚Wissenschaftliches Arbeiten‘ ist zu blöd, um nicht im Rahmen dieses Seminars gestellt und hoffentlich auch beantwortet zu werden).

Wichtig ist mir, dass sich nicht nur Studierende im Grundstudium angesprochen fühlen, die mitunter hilflos vor der Aufgabe stehen, zum ersten Mal eine schriftliche Arbeit anfertigen zu müssen, sondern auch Studentinnen und Studenten, die bereits im Hauptstudium sind, sich aber noch nicht fit genug fühlen, ein Examenskolloquium zu besuchen.
Ebenso wichtig ist  es mir, vor überhöhten Erwartungen zu warnen: Dieses Seminar kann und wird den Studierenden den Hauptanteil wissenschaftlichen Arbeitens nicht abnehmen, nämlich sich im Rahmen sonstiger Seminare (während vieler mühseliger Stunden) Texte zu erlesen, sich mit diesen kritisch auseinanderzusetzen und die Ergebnisse einer solchen Auseinandersetzung zu Papier zu bringen. Mit anderen Worten: Schreiben müssen Sie Ihre Arbeiten selbst!
Stattdessen wird es im Rahmen des Seminars um folgende Bausteine eines jeden ‚wissenschaftlichen Projekts‘ gehen:

• Themenfindung/-reflexion;
• Zeitplanung;
• Materialsuche;
• Materialauswertung;
• Materialdarstellung (vom Manuskript zum Typoskript).

Anhand dieser Bausteine soll versucht werden, dem ‚Gewusst wie‘ folgender Tätigkeiten auf die Spur zu kommen:

• Literaturrecherche (anhand von Nachschlagewerken, Bibliothekskatalogen, Bibliographien usw.);
• Bibliographieren;
• Exzerpieren von Texten;
• Erstellen einer (vorläufigen) Gliederung;
• Erstellen von Karteien;
• ‚wissenschaftliches Schreiben‘ (Stolpersteine und Stilfragen);
• Zitieren;
• Erstellen eines Literaturverzeichnisses;
• Erstellen eines Typoskripts verbunden mit allen diesbezüglichen Segnungen und Flüchen des Computerzeitalters (bei dieser Gelegenheit der unten angeführte M.R. Theisen im O-Ton : „Denn undurchdachtes Loslegen führt zu Ergebnissen, die Erfahrene als ‚3 M-Drucksachen‘ bezeichnen: Murks, Mist und Makulatur“ (S. 33).

Dies alles sind Vorschläge; bei Bedarf ist eine andere Schwerpunktsetzung möglich, über die wir uns in der ersten Sitzung verständigen sollten. Darüber hinaus wäre es wünschenswert, wenn Studierende bereit wären, ihre zur Zeit laufenden Seminararbeiten mit allen damit im Zusammenhang stehenden Fragen in die Seminararbeit einzubringen und zur Diskussion zu stellen.
Eine erfolgreiche Teilnahme ist gebunden an eine aktive Beteiligung an den jeweiligen Sitzungen.
Lektüre-Tipp: Manuel R. Theisen: Wissenschaftliches Arbeiten: Technik ­ Methodik ­ Form. 10., vollst. neubearb. Aufl. München: Vahlen 2000 [dieser Band enthält ein ausführliches, teilweise kommentiertes Literaturverzeichnis zum Thema]