MA (b) Gebärdensprachlinguistik / Oberseminar
Dipl. (g) Gebärdensprachlinguistik / Oberseminar
Renate Fischer
Bilingualer Sprachunterricht an Gehörlosenschulen, aber zum Beispiel
auch kontrastive Sprachforschung über DGS und Deutsch machen es erforderlich,
dass in DGS und in Deutsch über die betreffenden sprachbezogenen Sachverhalte
kommuniziert werden kann - dass in DGS und in Deutsch also eine Metasprache
zur Verfügung steht.
Diese ist zu grossem Teil an das Vorhandensein von Fachterminologie
geknüpft, weist wahrscheinlich aber unter anderem auch grammatikalische
Eigenheiten auf. Ausserdem gibt es - zumindest für Deutsch - eine
einfachere (bzw. traditionelle) Terminologievariante, nämlich diejenige
der so genannten "Schulgrammatik", die unter anderem beabsichtigt, den
Entwicklungsstand der SchülerInnen zu berücksichtigen (zum Beispiel
gibt es den Ausdruck "Tuwort" neben "Verb").
Speziell die Anwendung lautsprachlinguistischer Terminologie in der
Gebärdensprachforschung hat Anlass zu kontroversen Diskussionen gegeben,
die mit fortschreitender Gebärdensprachforschung aber eher nachlassen
als zunehmen.
Das vor etlichen Jahren begonnene Fachgebärdenlexikon LingLex
ist bis heute nur in Arbeitsfassungen vorhanden. Interessierten StudentInnen
soll in diesem Seminar Gelegenheit gegeben werden, vor dem Hintergrund
der oben skizzierten offenen Fragen und Problemkreise sowie ihrer individuellen
Berufsperspektiven (zum Beispiel in der Gehörlosenschule oder in einem
Deutschkurs für erwachsene Gehörlose) ausschnittweise das LingLex
bezugsgruppenorientiert mitzugestalten.
Alle Interessierten mit Vorkenntnissen in Gebärdensprachlinguistik
sind herzlich willkommen.