07.050
MA (c) Gebärdensprachgemeinschaften / Seminar Ib
Dipl. (e) Gebärdensprachgemeinschaften / Seminar Ib
Hans-Uwe Feige
LebensBilder. Gehörlose in Deutschland an der Wende vom 18. zum
19. Jahrhundert
Institut für Deutsche Gebärdensprache (Binderstraße 34)
Raum 204
4std., (2 Std. Plenum + 2 Std. Gruppenarbeit) Fr 14-18
erste Sitzung: 10. April 1998
Zum Seminarthema:
Im letzten Drittel des 18. Jahrhunderts entstanden in Deutschland qualitativ
neue Bedingungen für die Herausbidung von Gehörlosengemeinschaften.
Die Gründung des "Königlich Sächsischen Instituts für
Stumme" durch Samuel Heinicke 1778 in Leipzig markierte den Übergang
vom sporadischen Unterricht einzelner Gehörloser ­p; vorwiegend
aus sozial herausgehobenen Kreisen ­p; zur systematischen, organisierten
Ausbidung ganzer Gruppen und quer durch alle Bevölkerungsschichten.
Ein wachsende Anzahl von Gehörlosen erarbeitete sich gewichtige soziale
Positionen. Vom Objekt philanthropischer Bemühungen emanzipierten sie
sich zum selbstbestimmten Subjekt. Dieser widerspruchsvolle und nicht ohne
Rückschläge ablaufende Prozeß wird am Beispiel von Einzelbiographien
(u.a. Heinicke-Schüler Georg Andreas Hoffmann und die erste gehörlose
Lehrerin in Deutschland (1805), Anna Catharina Margareta Hüttmann),
herausgearbeitet.
Zum Ablauf:
Das zweistündige Plenum ist als Überblicksvorlesung angelegt.
Die zweistündige Gruppenarbeit dient der vertieften und klärenden
Betrachtung der behandelten Problematik. Bestandteil der Gruppenarbeit ist
die Analyse zeitgenössischer Texte. Themen für Kurzreferate (10-15
min) werden ab der dritten Unterrichtswoche vergeben. Die Kurzreferate müssen
schriftlich ausformuliert sein.
Teilnahmevoraussetzungen:
Voraussetzung ist die erfolgreiche Absolvierung eines Seminars Ia der Fachrichtung
(c) bzw. (e) Gebärdensprachgemeinschaften.