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    Siegmund Prillwitz

    Vorlesung: Drittmittelforschung am IDGS


    Institut für Deutsche Gebärdensprache (Binderstr. 34), Raum 3
    1std., Fr 14-16 vierzehntägig · 1. Sitzung: 17.4.1998

    Zum Seminarthema:
    In dieser kolloquialen Vorlesung sollen zentrale Drittmittelprojekte des Instituts vorgestellt und diskutiert werden. Ziel dieser Vorlesung ist es, zum einen über die Zielsetzungen, Inhalte und speziellen Arbeitsgebiete dieser Projekte zu informieren, wobei auch einzelne Projekt-Mitarbeiter/innen zu Wort bzw. Gebärde kommen werden, zum anderen sollen gezielt Möglichkeiten der Mitarbeit für interessierte Studierende aufgezeigt werden. So ist vorgesehen, neben studentischen Hilfskräften und speziellen Honoraraufträgen auch Diplom- und Magisterarbeiten in die Projektumsetzung miteinzubeziehen.
    Geplant sind Sitzungen zu folgenden Projekten:

    1. Projekt zur Qualifizierung Gehörloser für Gebärdensprachlehre, -forschung und Multimedia sowie Ausbildung Gehörloser zum Relaisdolmetscher
    Gefördert 1998 - 2000 vom Bundesministerium für Arbeit und Sozialordnung (BMAS) aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds (ESF)
    Neben der Qualifizierung unserer 40 gehörlosen ABM-Mitarbeiter/innen in den oben genannten Bereichen beinhaltet dieses Projekt auch die multimediale Entwicklung und Erprobung:
    ­p; eines DGS-Grundkurses in Buch-, CD- und Videoform ­p; linguistischen Informationsmaterials zur DGS für Fortgeschrittene ­p; eine Überarbeitung der Skizzen zur DGS (Prillwitz u.a. 1986)
    2. Signing Books · Ein internationales Projekt zur Entwicklung von Richtlinien und Normen für die Erstellung von Gebärdensprachvideos für Gehörlose. Dieses Projekt beginnt mit einer systematischen Bestandsaufnahme zu den bisherigen Gebärdensprachvideos und verfolgt das Ziel, nach Art der Blindenbibliothek (Tonkassetten) für Gehörlose in Europa eine Gebärdensprachbibliothek mit Videos zu initiieren und in Kooperation mit einschlägigen Verlagen paradigmatisch optimierte Produktionen zu einzelnen Spezialbereichen zu erstellen.
    Gefördert wird das Projekt, in dem Partner aus den Niederlanden, Großbritannien und Deutschland zusammenarbeiten, von 1998 - 1999 aus EU-Mitteln im TIDE-Programm.
    3. Fachgebärdenlexikon: Hauswirtschaftslehre · Dieses Projekt wird 1998-2000 vom Bundesarbeitsministerium gefördert und ist nach dem Computer-, Psychologie- und Tischler-Lexikon das vierte vom BMAS bei uns in Auftrag gegebene multimediale Fachgebärdenlexikon.
    4. Intersign · Ein europäisches Projekt zur Entwicklung und Fixierung von Forschungskonventionen zur Gebärdensprachforschung (Datenbanken, Transkription, Gebärdenschrift, Lexikonerstellung, Gebärdenspracherwerb etc.). In diesem von der European Science Foundation 1998-1999 geförderten Projekt arbeiten wir mit 6 weiteren Partnern zusammen (B. Bergmann/Stockholm, P. Boyes-Braem/Basel, A. Baker/Amsterdam, H.v.d. Hulst/Leiden, E. Pizzuto/Rom und B. Woll/London).
    5. Isle ­p; Interactive Sign Learning Environment · Dies ist ein gemeinsam mit italienischen Partnerinnen (E. Pizutto und V. Volterrra/Rom) im EU-Programm LINGUA beantragtes Projekt speziell zu Fragen der multimedialen Entwicklung von Gebärdensprachkursen.
    6. CD-Gebärdensprachkurs zum Selbstlernen · Dieser multimediale Gebärdensprachkurs im Umfang von 12 Lektionen auf CD mit integrierten Gebärdenfilmen und Lernaufgaben wurde im letzten HORIZON-Projekt 1997 von R. Schulmeister und Th. Hanke zusammen mit unseren griechischen Partnern entwickelt und von Chr. Papaspyrou für die Griechische Gebärdensprache inzwischen umgesetzt. Mit ihm zusammen wollen wir mit Unterstützung des Signum-Verlages auch eine DGS-Version erstellen.
    7. Im Juli 1998 führen wir im Rahmen unserer Drittmittelkooperationen und gefördert von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) zwei internationale Klausurtagungen zum Multimedia-Aspekt und zur Methodik der Erstellung von Gebärdensprachlexika in Hamburg durch. Wir wollen diese Chance nutzen und an einem Tag für alle Interessierten die vorliegenden multimedialen Gebärdensprachlexika vorführen bzw. von den jeweiligen Wissenschaftler(inne)n vorstellen lassen. Der genaue Termin für diese Veranstaltung wird im Juni bekanntgegeben.