07.033
MA (a) Sprachpraxis / Seminar II
Dipl. (a) Sprachkompetenz / Seminar II
Renate Fischer, Simon Kollien
Spezieller Kommunikationsbereich DGS: Linguistik
Institut für Deutsche Gebärdensprache (Ro 45) Weißer Saal
+ Sprachlabor
4std., Fr 10-14
Zum Seminarthema:
Dieser DGS-Kurs für fortgeschrittene Studierende betrifft den "speziellen
Kommunikationsbereich" Linguistik. Produktiv und rezeptiv soll linguistische
Fachterminologie in DGS beherrscht werden. Neben dieser lexikalischen Seite
scheint uns jedoch auch ein grammatischer bzw. textlinguistischer Aspekt
übungsrelevant: Während sich die DGS-Kurse der Eingangsphase vorwiegend
mit konkreten Inhalten beschäftigen, hat linguistische Fachkommunikation
abstrakte Inhalte zum Gegenstand bzw. die (Laut-, Gebärden-) Sprache
selbst. Wie kann ich Abstraktes für die räumlich gebundene Grammatik
der DGS "passend" machen? Wie rede/gebärde ich in DGS über
Sprache selbst?
Der "spezielle Kommunikationsbereich" Linguistik wird in diesem
Seminar insbesondere durch den Aspekt "Entwicklung von Gebärdensprachen"
vertreten sein; hierfür werden jeodch keine Vorkenntnisse verlangt
außer denen, die nach Abschluß der Eingangsphase in puncto Linguistik
vorausgesetzt werden können. Es geht beispielsweise darum zu untersuchen,
wie Regelveränderungen diachronisch beschrieben werden können
oder wie die Entstehung einer Gebärdensprache von hausgemachten Gebärden
über ein Pidgin bis zu einer Kreolsprache verfolgt werden kann (aktuelles
"Paradebeispiel": Nicaragua).
Zum Ablauf:
Obwohl es natürlich Überschneidungen gibt, kann man grob folgende
Seminarphasen trennen:
Umgang mit Fachgebärdenlexika für DGS,
Einübung des betreffenden Fachgebärdenschatzes,
textlinguistische und syntaktische Übungen zur Fachgebärdenkommunikation,
Einüben von "Standardpassagen",
Simulation von Diskussionen durch Übernahme unterschiedlicher Positionen
zum jeweiligen Fachthema.
Voraussichtlich werden die Sitzungen jeweils zur Hälfte im Plenum (Weißer
Saal) und im Sprachlabor stattfinden.
Aufgrund der begrenzten Anzahl an Sprachlaborplätzen (Doppelbesetzungen)
ist die TeilnehmerInnenzahl leider auf 16 Personen beschränkt, maximal
20.
Teilnahmevoraussetzung:
Teilnahmevoraussetzung ist der erfolgreiche Besuch der DGS-Sprachlehrveranstaltungen
Grundstufe, Aufbaustufe I und Aufbaustufe II.
Anforderungen für die Scheinvergabe:
Die erfolgreiche Teilnahme bescheinigen wir, wenn nach regelmäßiger
aktiver Teilnahme ein fünfminütiger Monolog zu einem linguistischen
Teilthema auf Video gebärdet und diese DGS-Leistung mit mindestens
"ausreichend" benotet wird.