• 07.077
    Katharina v. Fintel

    Gebärdensprachdolmetschen als soziale Situation

    Zentrum für Deutsche Gebärdensprache (Rothenbaumchaussee 45), Ro weißer Saal,
    2Std.,Mo 10:45-12:15

    Zum Seminarthema:
    Die einfachste Dolmetschsituation umfaßt drei Personen: Dolmetscher und zwei Klienten unterschiedlicher Muttersprache. Idealerweise interagieren die Klienten so, als wäre der Gebärdensprachdolmetscher als soziales Wesen nicht sichtbar. Der Dolmetscher ist wie alle anderen Beteiligten Träger unterschiedlichster Rollen. Er läßt sich während des Dolmetscheinsatzes ausschließlich durch die Vorschriften der Rolle "Dolmetschen" leiten und muß alle weiteren Rollen verdecken, die er innehat, ist also im klassischen Sinn kein Kommunikationspartner. Die Kommunikationssituation erscheint den Klienten als Zweiersituation, obwohl sie de facto eine Dreiersituation ist. Kommunikations- und interaktionssoziologischen Theorien, insbesondere die Theorie der sozialen Rolle, sollen helfen, das komplexe Beziehungsgeflecht in der Dolmetschsituation zu analysieren. Besonderes Augenmerk gilt dabei dem Konfliktpotential, das auch in der idealen Dolmetschsituation besteht und den daraus resultierenden psychischen Belastungen für den Dolmetscher.

    Ablauf:
    Das Seminar findet in Plenumssitzungen statt, in denen von den Studierenden Referate gehalten werden. Der Seminarplan mit den Referatsthemen und Literaturhinweisen kann ab Anfang März im Büro des Studiengangs Gebärdensprachdolmetschen (Ro 45, 1. Stock) abgeholt werden.

    Teilnahmevoraussetzung oder -beschränkung:
    keine

    Scheinvergabe:
    Referat mit schriftlicher Ausarbeitung oder drei qualifizierte Sitzungsprotokolle

    Evtl. Empfehlung von vorbereitender Lektüre:
    siehe Seminarplan