Fachrichtung: Gehörlosengemeinschaft
Seminar II
Renate Fischer

Die Rolle der Sprachdefinition in der Geschichte der Auseinandersetzungen um Gebärdensprachen

3st.
Ort: Zentrum für Deutsche Gebärdensprache (Binderstr. 34), Seminar 3
Zeit: Di 13-16

In den jahrhundertealten Auseinandersetzungen um die Gebärdensprachen Gehörloser spielt implizit oder explizit stets die zugrundegelegte Sprachdefinition eine Rolle (ungeachtet aller weiteren vorgebrachten Argumente), um die Anerkenung oder Nicht-Anerkennung der Gebärdensprachen gegenüber den Lautsprachen zu begründen.
Anhand von Beispielen aus dem 18. und 19. Jahrhundert sollen in diesem Seminar daher die Fragen bearbeitet werden: Was ist für den jeweiligen Verfasser (leider keine Verfasserinnen...) "Sprache" ? Aus welcher Interessenlage heraus definiert er Sprache ? Welches ist sein (sprachtheoretischer, erkenntnistheoretischer, alltagsweltlicher, ...) Hintergrund ?
Die Bearbeitung des Themas soll exemplarisch an voraussichtlich vier ausgewählten Arbeiten erfolgen; Verfasser sind zwei gehörlose Personen (eine pro, eine gegen die Anerkennung von Gebärdensprache) sowie zwei hörende Personen (auch hier eine pro und eine gegen die Anerkennung von Gebärdensprache).
Voraussetzung für die Teilnahme ist die erfolgreiche Teilnahme an sowohl einem Seminar Ia wie einem Seminar Ib im Bereich "c) Gehörlosengemeinschaften und ihre Geschichte".
Ich bescheinige eine erfolgreiche Teilnahme, wenn zu einem Teilthema des Seminars ein mündliches (Gruppen-) Referat gehalten und dies in einer schriftlichen Hausarbeit ausformuliert wird.