Fachrichtung: Gehörlosengemeinschaft
Seminar Ib
Renate Poppendieker
Aus der Schule entlassene Gehörlose sind meist stark geprägt von der schulischen Lautspracherziehung. Mit "Lautspracherziehung" ist allerdings mehr gemeint, als der Unterricht, in dem die Lautsprache erlernt werden soll(t)e (oder soll/te).
In diesem Seminar soll es darum gehen, dem Aspekt des Sprachunterrichts innerhalb des Ansatzes "Lautspracherziehung" näher auf den Grund zu gehen. Welche Ziele wurden/werden verfolgt? Mit welchen Argumenten? Welche Disziplinen (Linguistik; Psychologie; allg. Pädagogik; Medizin ) wurden/werden zur Begründung herangezogen? Wie soll/te dies in der Praxis verwirklicht werden? Wie sah das aus, als LBG (lautsprachbegleitendes Gebärden) wieder in die gehörlosenpädagogische Diskussion Eingang fanden? Kann von diesem Zeitpunkt an von "Deutschunterricht" für Gehörlose gesprochen werden oder ist dies erst innerhalb des bilingualen Ansatzes möglich?
Dieses Seminar wendet sich sowohl an StudentInnen der Gebärdensprachen als auch an solche der Gehörlosenpädagogik.
Die Literatur zu diesem Themenbereich ist sehr umfangreich. Deshalb sollen - nach Erarbeitung eines Gerüstes zur Einordnung verschiedener "Methoden" - Kleingruppen Referate übernehmen und diese im Seminar zur Diskussion stellen. Dabei kann innerhalb dieses Seminar lediglich der Bereich der BRD nach 45 abgedeckt werden.