07.085MA (b) Kulturwissenschaft / Seminar Ib
Dipl. (e) Kulturwissenschaft / Seminar Ib
Gunda Schröder
Gehörlosigkeit als Metapher - am Beispiel literarischer Werke
2st. Fr 14-16, Bi 34, Rm 222.
Seminarbeschreibung:
Beschreibungen von Gehörlosigkeit, Taubstummheit und Gebärdensprache haben in vielen literarischen Werken metaphorischen Charakter und sind in ihrer narrativen Funktion gleichsam als Chiffre für etwas anderes zu lesen. Dieses Andere hat nicht unbedingt etwas mit Gehörlosenkultur zu tun, sondern mit Vorstellungen von Gehörlosigkeit, die Gehörlosen möglicherweise - im Alltag wie in Schule, beim Dolmetschen und im Studium - entgegengebracht wird. Im Seminar werden wir diese Vorstellungen in literarischen Texten zu fassen versuchen und beschreiben, um anhand der Ergebnisse die Funktion der metaphorischen Bedeutung innerhalb des jeweiligen Erzählgefüges zu untersuchen. Dieser erzähltheoretische Zugang zum Thema Gehörlosigkeit scheint mir eine lohnenswerte Perspektive für StudentInnen der Gebärdensprache und des Gebärdensprachdolmetschens zu sein, weil er neben der literaturwissenschaftlichen Textanalyse auch Anlass bieten mag, sich mit der eigenen Motivation für das Studium auseinander zu setzen.
Zu Anfang des Seminars wird ein Reader zur Hand sein. Wer Fragen oder Vorschläge bereits im Vorfeld des Seminars hat, kann sich gerne an mich wenden unter: gandus@gmx.de
Zur ersten Vorbereitung auf das Seminar schlage ich folgende Texte vor:
Eugene Ionesco (1960): Die Stühle. Der neue Mieter. Stuttgart: Reclam, S. 5-64.
Tomas Vollhaber (1998): Hörende schreiben über Gehörlose. Ein Traum von ewiger Stille. In: Ders. (Hg.): Die Taubstumme. Hamburg: Signum Verlag, S. 347-370.