07.126

MA
Dipl. (e) Gebärdensprachgemeinschaften / Seminar II

Katharina von Fintel

Projektseminar zur empirischen Sozialforschung

Institut für Deutsche Gebärdensprache (Rothenbaumchaussee 45, Weisser Saal)
2std., Do 8.30-10.00

Zum Seminar:
In Deutschland leben mehr als vier Millionen Frauen mit unterschiedlichen Behinderungen. Frauen mit Behinderung fühlen sich oft vielfach benachteiligt. Sie sehen sich unterschiedlichen Vorurteilen ausgesetzt, durch die sie in ihrer selbstbestimmten Lebensführung als Frauen eingeschränkt werden. Auf dem Arbeitsmarkt haben sie mit  Benachteiligungen zu kämpfen, weil sie behindert sind.

Um ihnen einen gleichberechtigten Zugang zu Rehabilitationsangeboten, Ausbildungs- und Arbeitsplätzen zu ermöglichen, um sicherzustellen, dass sie als behinderte Mütter gleiche staatliche Unterstützung wie nichtbehinderte Mütter erhalten, muss gewährleistet sein, dass sich die einschlägigen Gesetze (z.B. wenn sie soziale Leistungen vorsehen) gleichermaßen an ihren Interessen orientieren: Behinderte Frauen müssen in Gesetzen und Regelungen als gleichberechtigte Zielgruppe mitbedacht werden. So wurden Vorschläge, wie die Belange behinderter Frauen in der Rehabilitation besser berücksichtigt werden können, teilweise in das nunmehr in Kraft getretene SGB IX aufgenommen. Das Bundesbehindertengleichstellungsgesetz und etliche Entwürfe von entsprechenden Landesgleichstellungsgesetzen sehen dies ebenfalls vor.

Die Lebenssituation behinderter Frauen war ein bislang von der Forschung weitgehend vernachlässigtes Thema.  Mittlerweile gibt es jedoch erste Ansätze und Ergebnisse die Daten zu vielen Aspekten im Leben von Frauen mit Behinderungen, liefern. Etwa zur Sozialisation von Mädchen mit Behinderung, zu Gewalterfahrungen und Vorurteilen, zur Mutterschaft, aber auch zur finanziellen und beruflichen Lage und zu Erfahrungen mit dem professionellen Medizin- und Assistenzsystem. Die Belange gehörloser Frauen sind auch hier - wie so oft - kaum erfasst. Um so wichtiger erscheint es, sich dieser Thematik zuzuwenden.

Leistungsanforderungen:
regelmäßige Teilnahme, schriftliche und mündliche Präsentation eines Vortrag

Voraussetzungen: keine

Vorbereitungsmöglichkeiten:  Internetrecherche unter: www.behindertefrauen.org (Kölnische Str. 99, 34119 Kassel,  Tel.: 0561/ 72885-40, Fax.: 0561/ 72885-44, E-Mail: service@bifos.de)

Broschüre "Mit uns ist zu rechnen - doch wir brauchen einen langen Atem" Die Broschüre gibt es kostenlos vom Bundesfamilienministerium. Hier werden 47 verschiedene regionale und überregionale Projekte und Selbsthilfeinitiativen von Frauen mit Behinderung dargestellt.

Studie "LIVE - Leben und Interessen vertreten - Frauen mit Behinderung" (Schriftenreihe Band 183) kann bestellt werden im: Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, Broschürenstelle, Postfach 20 15 51, 53123 Bonn, Tel. 01805/329329, www.bmfsfj.de .