07.098

MA (b) Gebärdensprachlinguistik / Oberseminar
Dipl. (f) Gebärdensprachlinguistik / Oberseminar

Chrissostomos Papaspyrou

Zum Klassifikatorenbegriff in der Gebärdensprachlinguistik


Institut für Deutsche Gebärdensprache (Binderstraße34, Raum 3)
2std., Mi 9-11



Bei dieser Lehrveranstaltung handelt es sich um eine vertiefte und kritische Auseinandersetzung mit dem Klassifikatorbegriff in der Gebärdensprachlinguistik. Durch eine Übersicht mannigfaltiger Thesen aus der linguistischen Fachliteratur bezüglich der Anwendbarkeit des Klassifikatorbegriffes in der Gebärdensprachlinguistik wird der Versuch übernommen, diejenigen grammatischen Phänomene klar zu verbegrifflichen und sie angemessen zu deuten, die mit Hilfe des Klassifikatorbegriffes interpretiert worden zu sein scheinen. Anschließend werden auch alternative Thesen dargestellt, die andere Definitionen und unterschiedliche Implikationen hinsichtlich der mit Hilfe des Klassifikatorbegriffes vorher erläuterten grammatischen Phänomene vorgeschlagen. Ziel dieser Lehrveranstaltung ist, aus der Perspektive der Erkenntnistheorie, der Sprachphilosophie und der Semantik heraus die Eigenart bestimmter grammatischer Phänomene der Gebärdensprachen -mit DGS als Muster- genau zu identifizieren und sie klar zu veranschaulichen, um Einsicht in einen einzigartigen Ausdruckstyp kognitiv-sprachlicher Organisation zu gewinnen.

Folgende Ansätze werden hierbei abgehandelt:

1. Die Ursprünge des Klassifikatorbegriffes in der Linguistik der Lautsprachen.
2. Die Anwendung des Klassifikatorbegriffes in die Gebärdensprachlinguistik: Historische Betrachtung und inhaltliche Deutung.
3. Zur Kritik der Anwendbarkeit des Klassifikatorbegriffes in die Gebärdensprachlinguistik: (a) FormallLinguistische Einwände und Fragestellungen.
4. Zur Kritik der Anwendbarkeit des Klassifikatorbegriffes in die Gebärdensprachlinguistik: (b) Verwechslung innersprachlicher und außersprachlicher Wirklichkeit.
5. Zur Kritik der Anwendbarkeit des Klassifikatorbegriffes in die Gebärdensprachlinguistik: (c) Preisgabe der Erklärung eigenartiger grammatischer Phänomene.
6. Begriffe und Bedeutungen: Ansätze aus erkenntnistheoretischer, semantischer und sprachphilosophischer Sicht.
7. Alternative Thesen: Konsertierung und Referentenprojektion, Implikation für eine vereinheitlichte Betrachtung sprachlich-kognitiver Organisation.
8. Die Eigenart bestimmter gebärdensprachlicher grammatischer Phänomene und ihre Konsequenzen auf die Konstruktion der Wirklichkeit.
9. Die Erhaltung des Klassifikatorbegriffes aus sprachdidaktischer Sicht: Umdeutungen, Möglichkeiten und Grenzen für eine zuverlässige Gebärdensprachdidaktik.
10. Zusammenfassung und Schlußfolgerung.