07.096

MA b) Gebärdensprachlinguistik / Seminar II
Dipl. (f) Gebärdensprachlinguistik / Seminar II

Chrissostomos Papaspyrou

Entwurf eines zweisprachigen Modells für die Erziehung und Bildung Gehörloser aus sprachwissenschaftlicher Sicht


Institut für Deutsche Gebärdensprache (Binderstraße 34, Raum 222)
3std., Do 10-12



Bei dieser Lehrveranstaltung handelt  es sich um die Erarbeitung eines aus sprachwissenschaftlicher Sicht angemessenen, in Gebärden- und Lautsprache zielgerichteten zweisprachigen Modells für die Erziehung und Bildung Gehörloser. Ein schöpferischer Umgang mit den Fragestellungen der Zweisprachigkeit wird angeboten, damit die Bedingungen, die Kriterien und die Verfahren herausgefunden und vorgeschlagen werden können, die ein zuverlässig anwendbares zweisprachiges Modell in Gebärdensprache als Erstsprache und Lautsprache als Zweitsprache gewährleisten dürften. Bestimmte theoretische Ansätze aus der allgemeinen Sprachwissenschaft, der Pragmatik, der Sprachpsychologie, der Psycholinguistik, der Neurolinguistik, der Soziolinguistik und der Fremdsprachendidaktik werden hierbei abgehandelt, um die Zweisprachigkeit Gehörloser zu durchleuchten und sie zu veranschaulichen. Anschließend werden die konkreten Elemente des zweisprachigen Modells interaktiv vorgeschlagen, erarbeitet, kommentiert und präzisiert mit dem Ziel, ein sowohl sprachwissenschaftlich gegründetes, als auch pädagogisch sinnvolles Werkzeug zur Erziehung und Bildung Gehörloser anbieten zu können.

 Folgende Ansätez werden hierbei abgehandelt:

1. Interdisziplinäre Betrachtung und Deutung der Zweisprachigkeit.
2. Die Zweisprachigkeit in Gebärden- und Lautsprache: Gemeinsamkeiten und Unterschiede im Hinblick auf die allgemeintheoretische Situation.
3. Der pragmatische Kontext der Zweisprachigkeit in Gebärden- und Lautsprache.
4. Die Rolle der Schrift und ihre Wirkungen auf die Zweisprachigkeit.
5. Die kontrastive Grammatik und die gegenseitige Abbildbarkeit begrifflicher Kategorien: Möglichkeiten und Grenzen in einem Zwisprachigen Erziehungs- und Bildungskontext.
6. Bedingungen für das zweisprachige Modell.
7. Kriterien für das zweisprachige Modell.
8. Verfahren für das zweisprachige Modell.
9. Flexibilität und Variabilität des Modells als dessen unentbehrliche Eigenschaften.
10. Zusammenfassung und Anfertigung des Modells.