07.095
MA ((b) Gebärdensprachlinguistik / Seminar II
Dipl. (f) Gebärdensprachlinguistik / Seminar II
Chrissostomos Papaspyrou, Siegmund Prillwitz, Thomas Hanke
Kontrastive Syntax von DGS und Deutsch
Hörsaal Phil F
3std., Di 12-14, 1. VA: 09.04.02
Bei dieser Lehrveranstaltung handelt es sich um eine schöpferische
vergleichende Betrachtung der wichtigsten syntaktischen Ansätze der
deutschen Gebärdensprache einerseits und der deutschen Lautsprache
andererseits aus der Perspektive kontrastiver Grammatik heraus. Dazu ist
ein vorläufiger Überblick auf die wichtigsten grammatischen Theorien
notwendig, um anschließend zu einem angemessenen theoretischen Modell
zu gelangen, aus dem heraus die kontrastive Übertragung syntaktischer
Aspekte von DGS und Deutsch aufeinander begründet werden kann. Es
werden jeweils zwei theoretische Stützpunkte in Betracht gezogen,
um den angemessenen gemeinsamen Nenner für die vergleichende Betrachtung
herausfinden und anwenden zu können, nämlich auf der Ebene semantischer
Äquivalenz und auf der Ebene pragmatischen multimedialen Umsetzung
werden auch in Betracht gezogen und angewandt.
Diese Lehrveranstaltung hat zwei Ziele, nämlich ein theoretisches
und ein praktisches Ziel. Einerseits wird beabsichtigt, vermittels gegenseitiger
Übertragung syntaktischer Aspekte von DGS und Deutsch aufeinander
die allgemeinen Thesen der generativen Syntax und der generativen Semantik
auf einer tieferen Ebene zu stützen und sie miteinander abzustimmen.
Andererseits wird die Erarbeitung eines praktischen Verfahrens beabsichtigt,
das für die Vorhaben des Dolmetschens und Übersetzens von DGS
und Deutsch aufeinander, wie auch der zweisprachigen Bildung in Gebärden-
und Lautsprache sinnvoll und hilfreich angewandt werden kann.
Folgende Ansätze werden hierbei abgehandelt:
1. Der theoretische Hintergrund für eine zuverlässige vergleichende
Betrachtung syntaktischer Aspekte von DGS und Deutsch: Überblick auf
die wichtigsten grammatischen Theorien.
2. Semantische Kategorien, grammatische Kategorien und grammatische
Funktionen.
3. Pragmatische Kategorien und pragmatische Zweckmäßigkeit.
4. Auf der Suche nach dem gemeinsamen Nenner für die kontrastive
Syntax: Semantische Äquivalenz und pragmatische Äquivalenz.
5. Die Gebärdensprache allgemein als tertium comparationis?
7. Die kontrastive Syntax von DGS und Deutsch hinsichtlich des Deutschen.
8. Die Grenzen gegenseitiger Übertragbarkeit von DGS und Deutsch.
9. Formalisierung syntaktischer Übertragbarkeit von DGS und Deutsch.
10. Zusammenfassung des Inhalts und Darstellung offener Fragen.