MA (a) Gebärdensprachlinguistik / Oberseminar
Dipl.(f) Gebärdensprachlinguistik / Oberseminar
Renate Fischer
Wissenschaftsgeschichtlich hoch interessant ist die Tatsache, dass die gebärdensprachliche Bildhaftigkeit mehr und mehr ins Zentrum der Beschreibungsversuche rückt. Der vermeintliche Makel könnte zu einem Gütesiegel werden, so scheint es, und so stellt das gebärdensprachliche Bild eine Herausforderung dar in wissenschaftssoziologischer Hinsicht, sprachtheoretisch, für das Selbstverständnis der neuen Disziplin Gebärdensprachlinguistik und anderes mehr.
Dabei ist (wie könnte es anders sein ...) gebärdensprachliche Bildhaftigkeit zum Objekt einer Fülle unterschiedlichster Ansätze geworden, deren Grundideen speziell für Gebärdensprachen entwickelt wurden oder aber zum Beispiel in kognitionslinguistischen, sprachphilosophischen oder bildtheoretischen Ansätzen vorlagen. Einige von ihnen möchte ich mit Ihnen im Laufe dieses Seminars an ausgewählten Primärtexten erkunden.
Die Veranstaltung eignet sich für fortgeschrittene Studierende, die sich vom Gestaltpsychologen Rudolf Arnheim angesprochen fühlen:
Ich bin auch der Meinung, daß, wenn man etwas taugt, dann endet man in der Philosophie, wenig- stens in unseren Fächern. Wenn einer bis zum Ende an den kleinen Einzelproblemen herumknabbert, ist etwas nicht in Ordnung. Das mag ein Vorurteil von mir sein.